berg

Südkultur

Nachhaltige regionale Kulturförderung

2006 gründeten im südlichen Teil des Kantons St. Gallen 16 Gemeinden aus den Regionen Obertoggenburg, Werdenberg und Sarganserland sowie das Amt für Kultur des Kantons St. Gallen den Verein Südkultur.

Ziel ist es, gemeinsam nachhaltige Kulturförderung zu betreiben und damit die Region kulturpolitisch zu stärken. Südkultur setzt zudem Impulse in der Kulturvermittlung.

Der Vorstand behandelt jährlich rund 60 Gesuche um Kulturbeiträge.

Ziele und Leitsätze


Leitsätze 2008 bis 2011

 

Klangkultur entdecken – Klang und Musik haben in der Region eine reiche Tradition. Menschen aller Generationen pflegen die überlieferten Formen des musikalischen Ausdrucks mit Stimme und Instrument. Sie entwickeln sie weiter und schöpfen Neues aus dem spartenübergreifenden Experiment. Die Inspirationskraft von Landschaft und Natur spielt eine wichtige Rolle. Identität nach innen und Resonanz nach aussen geben der Region einen starken unverwechselbaren Ausdruck. Südkultur fördert kleine und grosse Projekte zur Belebung und Vernetzung der Klangkultur. Mit dem Klanghaus Toggenburg wird ein starkes Leitprojekt umgesetzt. Für das Schloss Werdenberg werden weitere Ideen rund um das Thema Klang und Musik entwickelt. Die authentische und experimentierfreudige Klangkultur steigert die Lebensqualität in der Region und kann Impulse setzen für Wirtschaft und Tourismus von hoher Qualität und Wertschöpfung.

 

Baukultur entwickeln – Siedlungs- und Landschaftsstruktur der Region sind wesentliche Elemente der Identität und der Lebensqualität. Das Dorfbild und die Architektur des einzelnen Objekts prägen den Charakter des Lebensraums. Die Gestaltung des Innenraums und sein Bezug zu Aussenraum und Landschaft prägen die Wohnqualität und sind entscheidend für die Gastlichkeit im Tourismus. Das Verunstaltungspotenzial unsorgsamer Eingriffe ist erheblich. Südkultur schärft das Bewusstsein für eine achtsame und innovative Baukultur im öffentlichen wie im privaten Bereich. Besondere Aufmerksamkeit gilt vorerst den landwirtschaftlichen Wohn- und Ökonomiebauten im Zusammenhang mit neuen Nutzungsoptionen einerseits und den Kultur- und Tourismusbauten anderseits. Ansatzpunkte sind die Sensibilisierung und eine konstruktive und lebendige Debatte über gutes Bauen mit ideellem und wirtschaftlichem Nutzen.

 

Geschichten erzählen – Geschichte, Brauchtum und Tradition spielen in den Tälern der Region und entlang den alten Verkehrswegen eine wichtige Rolle. Baudenkmäler sind Zeugen von wirtschaftlicher Blüte und politischen Wirren. Viele Bräuche leben noch heute. Sagen erzählen wahre und erfundene Geschichten. Flur- und Ortsnamen wie auch Idiome zeugen von einer vielfältigen und lebendigen Sprachkultur. Südkultur hilft die Quellen der Geschichte zu erschliessen und das kulturelle Erbe der Region lebendig zu erhalten. Besondere Aufmerksamkeit gilt Projekten, welche die Geschichte themenbezogen und mit einem ganzheitlichen Ansatz reflektieren und einen anregenden Bezug zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herstellen. Ein weiterer Föderfokus liegt bei der Gegenwartsliteratur und autobiographischen Texten. Orts- und Regionalmuseen werden motiviert, sich inhaltlich klar zu profilieren und zu vernetzen.

 

Gemeinschaft pflegen – Südkultur vereint 18 Gemeinden. Sarganserland, Werdenberg und Obertoggenburg haben gemeinsame rhätische Wurzeln. Zusammen mit Amden und Weesen bilden die drei Regionen einen geografisch kompakten, wirtschaftlich vernetzten, touristisch entwicklungsfähigen und politisch potenten Kantonsteil. Das Zusammenleben in der Region ist geprägt von kultureller Vielfalt und anziehenden Gegensätzen, zunehmend aber auch von gemeinsamen Versorgungs- und Entwicklungsinteressen. Die Prägung einer selbstbewussten kulturellen Identität mit Ausstrahlung nach innen und nach aussen fördert das partnerschaftliche Zusammenwachsen auf anderen Ebenen und macht die Region attraktiv für Kooperationen mit starken benachbarten Regionen im In- und Ausland. Südkultur versteht sich als Plattform einer Grenzen sprengenden und integrierenden Verständigung.

 

Engagement wertschätzen – Die Region verfügt über eine lebendige Landschaft aktiver Institutionen der Kulturpflege und der Kulturvermittlung. Die Institutionen zeichnen sich aus durch Verbundenheit mit der Tradition und Neugier gegenüber Neuem und Unbekanntem. Auffallend ist der hohe Anteil an ehrenamtlichem Engagement. Südkultur setzt sich dafür ein, dass die Gemeinden und der Kanton dieses Engagement durch angemessene Betriebsbeiträge honorieren. Die Beiträge gewährleisten ein hochwertiges Programm mit Experimentierspielräumen und schaffen die Möglichkeit, professionell oder semiprofessionell engagierte Kulturvermittlerinnen und -vermittler angemessen zu entschädigen. Ein besonderes Förderinteresse von Südkultur liegt bei Innovationen und Programmen, welche den Zugang von Kindern, Jugendlichen und Familien zum kulturellen Angebot erleichtern und fördern.

 

Kulturförderung vereinfachen – Starke und beflügelnde Kulturprojekte leben von der Inspiration und vom Talent der Künstlerinnen und Künstlern, von Ideenreichtum und Professionalität der Vermittlerinnen und Vermittler, von der Atmosphäre und Einzigartigkeit des Ortes und vom unbeirrten Glauben der Projektträger an den Erfolg. Südkultur steht für eine unkomplizierte und wirkungsvolle Förderung der Kulturprojekte durch Gemeinden und Kanton. Nach dem Motto "rasch, kompetent und aus einer Hand" äufnen die 18 Mitgliedgemeinden, der regionale Casino-Fonds und das kantonale Amt für Kultur einen gemeinschaftlichen Fördertopf für alle Projekte, deren Bedeutung und Wirkung über den lokalen Kontext im engeren Sinn hinausreicht. Eine gemischte Kommission von unabhängigen Fachleuten und Vertretern von Gemeinden und Kanton beurteilt die Gesuche aus einer umfassenden Förderperspektive, die sich definierten qualitativen Kriterien verpflichtet und zugleich Wert auf Ausgewogenheit legt. Für grosse Beiträge aus dem kantonalen Lotteriefonds übernimmt die Kommission die Scharnierfunktion der Region zum Kanton.

Starke Bilder